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Rechtsformen in Deutschland — was passt zu dir?

Einzelunternehmen, GmbH, UG oder GbR? Wir erklären die Unterschiede und zeigen dir, welche Form für dein Geschäft richtig ist.

15 Min Lesezeit Anfänger Februar 2026
Frau arbeitet mit Rechtsformationen und Unternehmensstrukturen für deutsche Startups

Warum die richtige Rechtsform so wichtig ist

Die Wahl deiner Rechtsform ist eine der ersten großen Entscheidungen, die du als Gründer treffen musst. Es geht nicht nur um Formalitäten — sie beeinflusst deine Haftung, deine Steuerlast und wie viel administrativen Aufwand du betreiben musst. Manche Formen sind für Ein-Personen-Unternehmen ideal, andere brauchst du, wenn du mit Partnern zusammenarbeitest.

Wir zeigen dir vier der häufigsten Formen, damit du verstehst, welche zu deiner Situation passt. Keine theoretischen Begriffe — nur praktische Erklärungen, die dir bei deiner Entscheidung helfen.

Übersicht der verschiedenen Rechtsformen für Unternehmensgründungen in Deutschland

Die vier wichtigsten Rechtsformen

Jede Form hat ihre eigenen Regeln, Kosten und Anforderungen

Einzelunternehmen

Du allein bist der Unternehmer. Keine Gesellschaft, keine Partner — du machst die Entscheidungen und trägst die volle Verantwortung.

  • Gründung kostet praktisch nichts
  • Du haftest unbegrenzt mit privatem Vermögen
  • Buchführung: einfach, nur Gewinn/Verlust
  • Ideal für Freelancer und kleine Dienstleistungen

Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR)

Du gründest mit mindestens einer weiteren Person. Eine GbR ist schnell gegründet und funktioniert informell, solange alle sich einig sind.

  • Gründung einfach (auch mündlich möglich)
  • Alle Partner haften unbegrenzt
  • Gewinne werden untereinander aufgeteilt
  • Gut für kleine Teams oder Startups mit Gründungspartnern

Unternehmergesellschaft (UG)

Die kleine Schwester der GmbH. Mit nur 1 Euro kannst du gründen und hast Haftungsbegrenzung — das macht sie beliebt bei Gründern mit kleinerem Budget.

  • Mindestkapital: nur 1 Euro
  • Haftung begrenzt auf Vermögen der UG
  • Gründungskosten: ca. 300-500 Euro
  • Größere Anforderungen an Buchhaltung

Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH)

Die klassische Form für Unternehmen mit mehr Substanz. Höhere Anforderungen, aber auch bessere Haftungsschutz und mehr Vertrauen von außen.

  • Mindestkapital: 25.000 Euro (teilweise 12.500 Euro möglich)
  • Haftung begrenzt auf Vermögen der GmbH
  • Gründungskosten: ca. 800-1.500 Euro
  • Komplexere Buchführung und Berichtspflichten

Haftung — Das ist der große Unterschied

Die wichtigste Unterscheidung: Mit Einzelunternehmen und GbR hast du persönliche Haftung. Das heißt, wenn dein Geschäft Schulden macht, können Gläubiger dein privates Vermögen angreifen. Dein Haus, dein Auto, dein Ersparte — alles ist theoretisch gefährdet.

Mit einer UG oder GmbH funktioniert das anders. Diese Unternehmen sind rechtlich separate Einheiten. Die Schulden gehören dem Unternehmen, nicht dir persönlich. Das ist ein großer Sicherheitsvorteil, kostet aber auch mehr bei der Gründung und laufend in der Verwaltung.

Für viele Gründer ist das der Grund, die etwas höheren Kosten einer UG oder GmbH in Kauf zu nehmen. Vor allem, wenn dein Geschäft später wachsen soll oder du mit anderen zusammenarbeitest.

Diagramm zur Haftungsbegrenzung bei verschiedenen Rechtsformen in Deutschland

Wie du die richtige Form wählst

Fünf Fragen, die dir helfen werden

01

Gründest du allein oder mit anderen?

Einzelunternehmen funktioniert nur für eine Person. Wenn du Partner hast, brauchst du mindestens eine GbR, UG oder GmbH. Das ist die erste Weiche.

02

Wie wichtig ist dir die Haftungsbegrenzung?

Wenn du ein hohes persönliches Risiko vermeiden willst, sind UG oder GmbH deine Optionen. Bei kleinen Dienstleistungen ist Einzelunternehmen oft ausreichend.

03

Wie viel Kapital hast du zur Verfügung?

Eine GmbH braucht mindestens 25.000 Euro (in der Regel). Eine UG schafft es mit 1 Euro. Wenn Kapital knapp ist, aber Haftungsschutz wichtig: UG ist deine Lösung.

04

Wie komplex ist deine Buchhaltung?

Einzelunternehmen: minimaler Aufwand. GbR: ähnlich einfach. UG/GmbH: deutlich komplexer mit Bilanzen und Berichte. Wer sich da nicht sicher ist, sollte einen Steuerberater einplanen.

05

Wie soll dein Unternehmen wachsen?

Planst du schnelles Wachstum oder externe Investoren? GmbH oder UG sehen professioneller aus und sind leichter zu übergeben oder zu erweitern. Bei einem Einzelunternehmen ist später ein Wechsel möglich, aber aufwändiger.

Gründer prüft Anforderungen und wählt die richtige Rechtsform für sein Startup

Kosten für Gründung und laufende Verwaltung

Die Gründungskosten unterscheiden sich erheblich. Ein Einzelunternehmen kostet praktisch nichts — du meldest dich beim Finanzamt an und fertig. Eine GbR auch. Aber sobald du eine UG oder GmbH gründest, brauchst du einen Notar und Gerichtsgebühren.

Einzelunternehmen

0 Euro Gründung

GbR

0-100 Euro (optional schriftlicher Vertrag)

UG

300-500 Euro (Notar, Eintrag ins Register)

GmbH

800-1.500 Euro (Notar, Eintrag ins Register)

Dazu kommen laufende Kosten: Steuerberater, Buchhaltung, eventuell Anwaltsgebühren. Ein Steuerberater kostet typischerweise 1.500 bis 3.000 Euro pro Jahr, je nach Komplexität deines Geschäfts. Für Einzelunternehmen ist das optional, für UG und GmbH praktisch unverzichtbar.

Kostenvergleich zwischen Rechtsformen für Unternehmensgründungen

Deine nächsten Schritte

Du hast jetzt die Grundlagen. Die Rechtsform, die du wählst, prägt dein Unternehmen für die nächsten Jahre — manchmal auch länger. Es lohnt sich, hier sorgfältig zu überlegen.

Wenn du dir unsicher bist: Ein Steuerberater oder Gründungsberater kann dir helfen, die beste Form für deine konkrete Situation zu finden. Die erste Beratung ist oft kostenlos, und die Zeit ist gut investiert. Du sparst dir später möglicherweise viel Ärger und Geld.

Die richtige Rechtsform ist keine unwichtige Formalität — sie beeinflusst deine Haftung, deine Steuern und wie dein Unternehmen nach außen wirkt. Nimm dir Zeit für diese Entscheidung.

Wichtiger Hinweis

Dieser Artikel enthält allgemeine Informationen über Rechtsformen in Deutschland und ist zu Bildungszwecken gedacht. Die Informationen ersetzen keine professionelle Rechtsberatung oder Steuerberatung. Deine individuelle Situation ist möglicherweise anders, und die beste Rechtsform hängt von vielen Faktoren ab, die wir hier nicht alle berücksichtigen können. Konsultiere vor deiner Gründung einen Steuerberater oder Rechtsanwalt, um sicherzustellen, dass du die richtige Entscheidung für dein Unternehmen triffst.